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RÜCKBLICKE & ARCHIV

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Hier stehen die überlieferten Texte der früheren Website in einer eigenständigen, gut lesbaren Ansicht. Offensichtliche Tippfehler und Textdopplungen wurden behutsam korrigiert; historische Aussagen und Zeitbezüge bleiben als solche erkennbar.

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Weseler Gespräche

Weseler Gespräch

Reden wir noch miteinander?

18. Juni 2024 · Auftaktveranstaltung

Archivhinweis: Vollständiger Text der Ankündigung auf der früheren Website.

Nach einer mehrjährigen, coronabedingten Pause hat sich die Weseler Demografische Gesellschaft e. V. (WDG) neu aufgestellt.

Mit unserer Auftaktveranstaltung wollen wir den gesellschaftlichen Zusammenhalt stärken. Ähnlich wie bei der Veränderung in unserem Verein gilt es, die Vorteile der unterschiedlichen Generationen zu erkennen und die gelungene Mischung aus alteingesessenen und neuen Akteuren als Bereicherung und Weiterentwicklung zu sehen.

Prof. Dr. Georg Hauck von der Hochschule Rhein-Waal startet mit seinem Impulsvortrag zum Thema „Kommunikation verbindet? – Wie finden die Generationen wieder zueinander?“.

Alle Mitbürgerinnen und Mitbürger sind herzlich eingeladen, an der Veranstaltung aktiv teilzunehmen.

Weseler Gespräch

Gewinne des Alterns

Kirsten Mensch · Schader-Stiftung

Archivhinweis: Überlieferter Auszug der früheren Website; der dort angekündigte vollständige externe Artikel war nicht Bestandteil der Seite.

Mit den geeigneten Ideen, den richtigen politischen und wirtschaftlichen Instrumenten und den passenden Vorbereitungen lassen sich in vielen Lebensbereichen Strukturen schaffen, die sowohl dem Wohle der älteren Menschen als auch dem Wohle anderer Teile der Gesellschaft dienen. Das Projekt „Gewinne des Alterns“ macht sich auf die Suche nach Win-win-Situationen, in denen die Wünsche und Bedürfnisse der Seniorinnen und Senioren berücksichtigt werden und zugleich etwa eine Entlastung der öffentlichen Kassen, ein Abbau familiärer Hilfeleistungen oder eine Befriedung zwischen den Generationen stattfindet.

Der Anteil der über 65-Jährigen wird nach den damaligen Berechnungen im Land Hessen von rund 18 Prozent auf einen Wert zwischen 26 und 28 Prozent im Jahr 2030 und bis 2050 sogar auf einen Anteil von über 33 Prozent ansteigen. In anderen Bundesländern sind die Werte ähnlich. In manchen Ländern oder Landstrichen könnte ein Drittelanteil über 65-Jähriger schon deutlich früher erreicht sein.

Auch wenn diese Zahlen auf Schätzungen und gesetzten Prämissen basieren und durch bislang unbekannte zukünftige Faktoren beeinflusst werden können, führen die Vorausrechnungen dennoch zu wissenschaftlicher, politischer und öffentlicher Aufmerksamkeit.

Diese Aufmerksamkeit zeigt nicht nur Wirkungen in Politik und Gesellschaft, sondern kann auch genutzt werden, um die Frage nach dem richtigen Umgang mit dem demografischen Wandel grundsätzlich zu stellen. Zwei Seiten der Medaille geraten dabei in den Fokus: Wie wird es den vielen Alten in Zukunft ergehen? Und wie kann die Gesellschaft all diese alten Menschen tragen?

Befürchtungen in der damaligen Debatte

  • ältere Menschen als vermeintliche „Soziallast“
  • das Aufkommen von Generationenkonflikten
  • eine politische Dominanz der Älteren gegenüber dem kleiner werdenden Anteil von Kindern und Jugendlichen
  • räumliche Folgen des Wegzugs Erwerbstätiger und des Verbleibs vor allem älterer Menschen

Quelle des historischen Beitrags: Schader-Stiftung.

Weseler Gespräch

Migration von, nach und in Rhein-Waal

Eine Chance nicht nur für das Erwerbsleben

Archivhinweis: Vollständiger historischer Seitentext, redaktionell für bessere Lesbarkeit gegliedert.

Arbeitsmigration gehört zum europäischen Alltag. Für eine Mittelstadt wie Wesel ergeben sich aus dem internationalen Profil der Arbeitsplätze aber weit darüber hinausgehende Chancen: Einerseits ist Migration schon lange ein Thema für junge Familien, die der Hauptverdienerin oder dem Hauptverdiener in Richtung qualifizierter Arbeitsplätze auch über Grenzen hinweg folgen. Andererseits betrifft sie Personen, vor allem ältere Personen, deren Migrationsgrund ebenfalls nicht oder nicht mehr im Arbeitsleben liegt – das Boot am IJsselmeer oder das Wohneigentum in Südspanien begründen durchaus mehr als einen Aufenthalt im Urlaub.

Daraus folgt ein vielfältiges Potenzial an Erfahrungen und Erwartungen neuer und alteingesessener Einwohnerinnen und Einwohner der Stadt, das es für alle zu erschließen gilt. Interessant ist auch, das Allgemeine hinter dem Einzelfall herauszuarbeiten. Viele neue, bislang wenig berücksichtigte Entwicklungen sind zu bearbeiten.

Unser Stichwort: partielle Migration

  • weil sich die Migration auf einen Teil eines Lebensabschnitts bezieht
  • weil nur ein Teil des sozialen Verbundes migriert
  • weil abschnittsweise ein Leben sowohl als Gast wie in der Heimat gelebt wird
  • weil der Grund für die Migration nur bei einem Teil der Migrierenden vorliegt
  • weil „Fremde“ bleiben und „Einheimische“ gehen, um neue, partielle Heimaten zu begründen

„Daheim in der Fremde, fremd in der Heimat“ erhält so eine europäische Dimension in mehreren Mitgliedsländern der EU. Zu berücksichtigen sind intergenerationelle Aspekte – zum Beispiel Chancen aus der Begründung von Wahlverwandtschaften und Herausforderungen aus der Entwicklung des Familienverbundes als Netzwerk über Hunderte von Kilometern mit verschiedenen nationalen Rechtssystemen und kulturellen Leitbildern.

Die Rahmenbedingungen in der Euregio Rhein-Waal sind für uns ein Einstieg in die Betrachtung von Migrationshintergründen und Erfahrungen – mit dem Ziel, voneinander zu lernen. So wird die berühmte Gastfreundlichkeit der Vesalia hospitalis zeitgemäß fortentwickelt.

Wesel ist damit als Standort für eine langfristig angelegte theoretische und praktische Diskussion in der Region prädestiniert.

Weseler Gespräch

Wahlverwandtschaften

Neue Formen des Zusammenlebens in allen Lebensaltern

Archivhinweis: Vollständiger historischer Seitentext, redaktionell leicht geglättet.

Demografische Entwicklung heißt auch: berufsbedingte Mobilität von Kindern und jüngeren Verwandten sowie Älterwerden in der Nachbarschaft. Das inspirierte unser Mitglied N. Kuhrke, sich mit verschiedenen Projekten zu neuen Nachbarschaften und Wahlverwandtschaften im In- und Ausland zu befassen. Unser Vorstandsmitglied M. Oesterling wies uns auf die neue Beguinenbewegung hin. Es handelt sich um das Zusammenleben von Frauen unterschiedlicher Lebensalter und mit verschiedenen Lebensplänen, die sich zu autarken Wohnprojekten zusammengeschlossen haben.

Wir möchten aus der Fülle der Kenntnisse und der Kreativität unserer Mitglieder und Freundinnen und Freunde schöpfen, um für Wesel interessante Einzelprojekte aufzuzeigen und Initiativen zu unterstützen, die Konzepte ausarbeiten möchten. Ziel ist es, Träger für Konzepte und Finanzierung für Projekte zu gewinnen – und dabei den Mehrwert der Wahlverwandtschaften für die Gemeinschaft im Auge zu behalten.

Weseler Gespräch

Unternehmenswandel

Demografiegewinne für Dienstleistung, Handel und Handwerk in Wesel

Archivhinweis: Vollständiger historischer Seitentext; eine offensichtliche Textdopplung der Altseite wurde entfernt.

„Unternehmen Familie“ – unter diesem Titel startete die Robert Bosch Stiftung eine Untersuchung zu den wirtschaftlichen Chancen, die der demografische Wandel für familiennahe Dienstleistungen bietet.

Die Ergebnisse haben uns veranlasst, das Thema für Wesel aufzugreifen. Welche Gewinne können Unternehmen, Handel, Handwerk und Dienstleistungen in Wesel aus der demografischen Entwicklung ziehen? Wie kann sich die Wirtschaft gerade in Wesel so auf die demografische Entwicklung einstellen, dass für alle ein demografischer Mehrwert entsteht? Diese Fragestellungen werden uns regelmäßig auf Veranstaltungen beschäftigen. Wir befassen uns mit allen Fragen der Versorgung der Bevölkerung und der kommunalen Infrastruktur.

Dabei finden wir in Wesel zahlreiche Kooperationspartner in der Wirtschaft. Rund um Haushaltsführung, medizinische Versorgung, Wellness und Betreuung hat sich ein vielfältiges Dienstleistungsangebot entwickelt. Dieser Wirtschaftszweig wächst. Die WDG versteht sich als Forum, um Neues und Besonderes aus dieser Vielzahl vorzustellen.

Besonders spannend sind für uns Projekte, in denen professionelle und nachbarschaftliche Unterstützungsangebote verknüpft werden. Hier können wir durch Informationsvermittlung über Projekte in anderen Städten zur Fortentwicklung des Angebots beitragen. In diesem Bereich kooperierten wir mit unserem Projektpartner Aktiv55plus.

Die Weseler Fußgängerzone verfügt über zahlreiche Geschäfte, die ihre Angebote auf die veränderte Nachfrage einstellen. Unsere Mitglieder stehen als Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner für Anregungen zur Verfügung.

Die Chancen aus der demografischen Entwicklung für Handwerk und Handel in Wesel gehören zu den Themen, mit denen wir uns regelmäßig befassen. Zum Zeitpunkt des historischen Beitrags wurde eine Veranstaltung in Kooperation mit der Handwerkskammer vorbereitet.

Weseler Gespräch

„Kinderlärm ist Zukunftsmusik“

Dr. Jürgen Borchert · Darmstadt

Archivhinweis: Vollständiger historischer Ankündigungstext, redaktionell für bessere Lesbarkeit gegliedert.

Familienpolitik werde in Deutschland immer noch nicht als Grundlage der Wirtschaftspolitik begriffen. Auch gegenwärtig zeichne sich in der Familienpolitik keine Wende ab; man diskutiere weiter nur über Gardinenfarben, statt die Fundamente zu sichern. Geharnischte Kritik an der Familienpolitik der vergangenen Jahrzehnte wollte der Darmstädter Sozialrichter Jürgen Borchert in seinem Vortrag üben.

In zahlreichen Publikationen wies er auf Fehlentwicklungen hin, mit denen er sich in Wesel auseinandersetzen wollte. Das staatliche und gesellschaftliche System sei blind für Kinderinteressen und habe seine Zukunftsfähigkeit selbst untergraben. Trotz einer Halbierung der Geburtenzahlen und eines gleichzeitigen Anstiegs der Müttererwerbstätigkeit um mehr als 50 Prozent habe sich der Anteil der Kinder in der Sozialhilfe seit 1965 auf das Sechzehnfache erhöht – mit verheerenden Konsequenzen für die Bildungschancen des Nachwuchses.

Statt der mit der Green Card erhofften Zuwanderung qualifizierter Fachkräfte wanderten Jahr für Jahr rund 100.000 Höchstqualifizierte aus, darunter jeder dritte Jungmediziner. Für den Hightech-Standort Deutschland sei dies fatal.

Vereinbarkeit von Beruf und Familie sei nach Borchert nicht das zentrale Problem, da die Erwerbstätigkeit deutscher Elternpaare mit durchschnittlich 70 Wochenstunden ohnehin höher sei als die von Eltern in Schweden oder Frankreich. Der Schlüssel für eine sachgerechte Familienpolitik liege stattdessen in der Lösung des Rätsels der doppelten Kinderarmut und in der Behebung ihrer Ursachen.

Die Verarmung von Familien sei vor allem auf kommunaler Ebene spürbar – als Kaufkraftrückgang ebenso wie in ihren Auswirkungen auf den kommunalen Haushalt.

Weseler Gespräch

Von bürgerlichen Tugenden, Eigensinn und urbaner Gestaltungsfreude

Prof. Leo Penta · Deutsches Institut für Community Organizing (DICO)

Archivhinweis: Vollständiger historischer Seitentext, redaktionell zusammengeführt und leicht geglättet.

„Vision braucht Fahrpläne“ – das ist zusammengefasst die Aufgabe, die sich Prof. Leo Penta mit seiner Forschungs- und praktischen Arbeit stellt. Von den Anfängen als Stadtteilorganisator in Brooklyn und Philadelphia bis heute ist sein Weg vom bürgerschaftlichen Engagement geprägt. In Berlin gründete er eine große Bürgerplattform – ein Netzwerk aus lokalen Akteuren –, die sich inter- und multikulturell mit der Zukunft des Zusammenlebens in einem schwierigen Stadtteil befasst.

Mit Prof. Penta konnten wir feststellen: Immer mehr Menschen aus den unterschiedlichsten gesellschaftlichen Bereichen wollten und wollen sich in Deutschland mit Community Organizing zivilgesellschaftlich organisieren. In vielen Städten organisiert sich die Bürgerschaft für ihren Stadtteil oder zur Erledigung zahlreicher Aufgaben im Quartier. So entsteht ein Netzwerk aus professioneller und ehrenamtlicher Tätigkeit – auch in Wesel.

Hier hatte unser aktives Mitglied Neithardt Kuhrke eine solche Aktivität im Schepersfeld organisiert. Weitere Projekte anderer Akteure folgten. Wir richteten dabei unser Augenmerk besonders auf die Gewinne, die sich aus dem Zusammenleben der Generationen für die Stadt ergeben.

Der demografische Bericht 2008 zeigte, dass Akteuren jenseits des Berufslebens in Wesel eine immer größere Bedeutung zukommt – auch und gerade für ein Engagement in Fragen, die alle Generationen angehen. Ihre Erfahrung ist zur Gestaltung der Zukunft ebenso gefragt wie die der Mütter, Väter und Kinder in dieser Stadt.

Öffentliche Kommunikation über die Zukunft unserer Stadt – mit allen Menschen und unter Überwindung sprachlicher und kultureller Barrieren – sowie die Initiierung konkreter Projekte: Hier wollte und will die Weseler Demografische Gesellschaft ihren Teil beitragen.

Literaturhinweis

Leo Penta (Hrsg.): Community Organizing – Menschen verändern ihre Stadt. Edition Körber-Stiftung, Hamburg 2007.

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Projekte & Initiativen

Projekt & Initiative

Evaluation des Projektes eXpertimente

Bürgerschaftliches Engagement im Bildungsbereich

Archivhinweis: Vollständiger historischer Seitentext, redaktionell leicht geglättet.

Zum Themenschwerpunkt „Bürgerschaftliches Engagement im Bildungsbereich“ hatte die WDG im Oktober 2010 im Rahmen der Weseler Gespräche das Projekt KleXse – Kleine Kinder experimentieren mit Seniorexperten – vorgestellt. Die WDG fand die Idee besonders nachahmenswert und beschloss, zu ihrer Verbreitung beizutragen.

Mitglieder des Vorstandes trugen das Projekt anschließend sehr engagiert an zahlreiche Kindertagesstätten und Schulen heran. Aufgrund positiver Rückmeldungen wurden auch an einigen Einrichtungen Projekte erfolgreich durchgeführt. Die erhoffte flächendeckende Resonanz blieb jedoch aus – auch aus Mangel an Seniorexpertinnen und Seniorexperten.

Mit Frau Dr. Müller wurde auf Honorarbasis ein zweiter Start initiiert, der im Ergebnis ebenfalls keine deutlichen Fortschritte brachte. Das Interesse des Senior Experten Service in Bonn wurde wohlwollend aufgenommen; zu einer Kooperationsvereinbarung kam es aber nicht.

Danach beauftragte der Vorstand der WDG Frau Mainka vom Mehrgenerationenhaus gegen Entgelt mit der Koordination des Projektes.

Nach anfänglichem Schwung ging eXpertimente immer stärker im Projekt „Haus der kleinen Forscher“ des zdi auf. Eine angedachte Kooperation mit Kre(K)ativ der Volksbank Rhein-Lippe wurde damit hinfällig.

Da das zdi-Zentrum hauptsächlich Erzieherinnen, Erzieher und Lehrkräfte schulte, also Professionelle, ging die direkte Zielsetzung verloren, bürgerschaftliches Engagement zu stärken. Die WDG akzeptierte die Professionalisierung und wandte sich ab 2017 neuen Themenschwerpunkten zu.

Projekt & Initiative

1. Forum Nachbarschaften stärken

Organisierte Nachbarschaft

Weseler Rathaus

Archivhinweis: Vollständiger historischer Veranstaltungsbericht, redaktionell leicht geglättet.

Nachbarn sind immer da, das macht sie so wertvoll. Sie sind aber auch soziale Kontrolle: „Was sollen bloß die Nachbarn denken?“ Zu unserem Nachbarschaftsbild gehören gegenseitige Hilfe, Fürsorge und gemeinsames Feiern. Einige Menschen wünschen sich ein besonders dichtes Netz und ziehen gemeinsam in ein Haus, wie die Mitglieder von InGe – In Gemeinschaft wohnen und leben – in Hamminkeln.

Die neue Herausforderung ist, dass Menschen älter werden, aber möglichst lange in ihrem Stadtteil wohnen bleiben wollen. Oft ist die Familie weit verstreut; dann ist gute Nachbarschaft für die Alltagsbewältigung hilfreich. Dazu gehört auch mehr Platz für ein Miteinander. Bewohnerinnen und Bewohner müssen die Möglichkeit haben, ihre Ideen, Wünsche und Beschwerden mitzuteilen und darüber zu diskutieren – wie beim Stadtteilprojekt Schepersfeld.

Die Projektinitiative der WDG lautete „Nachbarschaften stärken“. Zu einem ersten Forum hatte sie in das Weseler Rathaus eingeladen und übernahm dabei eine Vermittlerrolle zwischen Theorie und Praxis. Bei der gut besuchten Veranstaltung wurden drei unterschiedliche Ansätze von Nachbarschaftsinitiativen dargestellt: der Nachbarschaftsverein im Zitadellenviertel, die Nachbarschaftshilfe im Netzwerk Blumenkamp und die Nachbarschaftsberatung in Schermbeck, Hünxe und Hamminkeln.

Nachbarschaftsverein Zitadellenviertel

„Wir sind 24 Stunden erreichbar“, erklärte Karin Kullik, Vorsitzende des Nachbarschaftsvereins Zitadellenviertel – Wir gestalten Nachbarschaft. Der nicht eingetragene Verein hatte sein Büro und einen Gemeinschaftsraum an der Dresdner Straße in Wesel. Das Angebot war vielfältig: Die Mitglieder unterstützten einander ehrenamtlich in vielen Lebenslagen.

Dazu gehörten Einkäufe, Bastel- und Spielnachmittage, ein Sommerfest und eine Weihnachtsfeier, Ausflüge sowie die Beteiligung an Kulturnacht und Adventsmarkt. Zweimal in der Woche wurde ein gemeinsamer Mittagstisch und einmal wöchentlich ein gemeinsames Frühstück angeboten.

Nachbarschaftshilfe Blumenkamp

Volker Burger berichtete für die Aktiven der Nachbarschaftshilfe im Netzwerk Blumenkamp. Sie machte kostenlose aufsuchende Angebote. Wer Unterstützung benötigte, ob jung oder alt, konnte sich an ehrenamtliche Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner wenden, die auch abends und an Wochenenden erreichbar waren.

Neben hauswirtschaftlicher Unterstützung wie Blumengießen oder dem Herausstellen der Mülltonnen und kleinen dringenden handwerklichen Tätigkeiten wurden Begleit- und Fahrdienste angeboten. Außerdem vermittelte die Initiative zu Beratungs- und Hilfsstellen. Wichtig waren auch entlastende Gespräche.

Nachbarschaftsberatung

Die Nachbarschaftsberatung Schermbeck, Hünxe und Hamminkeln verfügte bereits über ein ehrenamtliches Team von insgesamt 60 Betreuerinnen und Betreuern, berichtete Jasmin Kuhlmey von der Koordinierungsstelle Schermbeck. Die geschulten Ehrenamtlichen nahmen sich Zeit für Gespräche mit älteren, oftmals alleinlebenden Menschen und vermittelten passende Hilfsangebote, damit diese möglichst lange im gewohnten Umfeld wohnen bleiben konnten.

Fazit

Der lebhafte und informative Austausch zeigte, wie stark bürgerschaftliches Engagement im Kreis Wesel ist. Zugleich blieb die Hoffnung unerfüllt, unmittelbar eine neue Gruppe oder Einzelperson zu gewinnen, die im eigenen Viertel eine Nachbarschaftsinitiative ankurbeln wollte.

Projekt & Initiative

2. Forum Nachbarschaften stärken

Sie können auch alleine feiern und Pakete für ihre Nachbarn annehmen

20. März 2019 · Volksbank Wesel

Archivhinweis: Vollständiger historischer Veranstaltungsbericht; frühere Kontaktdaten einzelner Projekte wurden nicht als aktuelle Angaben übernommen.

Es gibt überall Nachbarschaften, auch wenn die Kommunikation nicht immer so eng wie unter Freunden ist. Die WDG betrachtete seit 2017 unterschiedliche Ansätze nachbarschaftlichen Engagements in Wesel und trug sie in die Öffentlichkeit, um interessierte Akteure anzuregen, sich in ihrem Quartier zu engagieren. Auch der Austausch bestehender Initiativen stärkt die Nachbarschaftsidee und verbessert die Lebensqualität in den Stadtteilen.

Aus diesem Grund fand am 20. März 2019 in der Lounge der Volksbank in Wesel das zweite Forum „Nachbarschaften stärken“ statt. Der damalige Vorsitzende der WDG, Klaus Schütz, begrüßte die zahlreichen Teilnehmenden und dankte der Volksbank Rhein-Lippe für Raum und Bewirtung.

Vorgestellt wurden die Dorfschule Ginderich und das Nachbarschafts- und Klöncafé des CJD in der Alten Delogstraße.

Dorfschule Ginderich

Die Dorfschule Ginderich ist ein Treffpunkt für alle Dorfbewohnerinnen und Dorfbewohner in der ehemaligen Grundschule. Vereine und Gruppen finden dort Raum für ihre Aktivitäten. Herbert Wesely, Vorsitzender des Vereins Dorfschule Ginderich, stellte die drei Angebotsbereiche vor: Kunst und Kultur, Sport und Gesundheit sowie Soziales und Mobilität.

Im Dorfbüro gab es Informationen zu Hilfen des täglichen Lebens, etwa zu Einkauf, Fahrdiensten und Absprachen unter Nachbarn.

Nachbarschaftscafé des CJD

Mit „Rad und Tat“ bot das CJD Unterstützungsleistungen für ältere Menschen in der Nachbarschaft an, erläuterte Koordinator Ralf Schumacher. Das gemeinsam mit dem Jobcenter durchgeführte Projekt wurde sozialpädagogisch begleitet und diente zugleich der Qualifizierung junger Menschen für den Arbeitsmarkt. Die Einsatzstellen sollten mit dem Fahrrad von der Alten Delogstraße aus erreichbar sein.

Im Nachbarschafts- und Klöncafé konnten sich ältere Menschen sowie weitere Bürgerinnen und Bürger donnerstags bei einem kostenlosen Frühstück begegnen. Hilfebedürftige erhielten dort Informationen über Unterstützungsmöglichkeiten, etwa Begleitung beim Einkaufen oder kleine handwerkliche Tätigkeiten in Haus und Garten. Auf Wunsch wurden Hausbesuche vereinbart, um den Hilfebedarf zu besprechen.

Ausblick

Zum Abschluss blieb reichlich Gelegenheit zur Netzwerkpflege. Das Format „Nachbarschaften stärken“ sollte als Erfahrungs- und Ideenaustausch fortgeführt werden.